Kritische polit-ökonomische Bildung – interaktive Workshopkonzepte, Best Practice, Fallstricke
Jun 1, 2021 @ 9:16

Liebe Alle,

politische, ökonomische und gesellschaftliche Bildung in der Schule eröffnet Möglichkeiten, mit Schüler:innen über große und wichtige Themen wie Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität oder Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen.

Damit das gelingt, ist es meiner Meinung nach wichtig, gute Lehrkonzepte zu haben, die Inhalte nicht einfach frontal vermitteln, sondern die Lebenswelten der Schüler:innen einbeziehen und sie dazu einladen, sich die Inhalte interaktiv zu erarbeiten, anzueignen und kritisch zu diskutieren.

Auf der Website weltverbessern-lernen.de sammeln wir solche Konzepte und Lernmaterialien (die meisten davon sind auch frei lizensiert!). In der folgenden Galerie könnt ihr beispielhaft einige der Materialien sehen.

Wir selber arbeiten allerdings vor allem in der Erwachsenenbildung, mit politisch bereits engagierten/interessierten Menschen. Deswegen interessiert uns sehr, wie das in anderen Lernkontexten funktioniert:

Wie ist das für euch?

  1. Kennt ihr weitere Materialien wie die oben, die ihr empfehlen wollt?
  2. Habt ihr selber Unterrichtskonzepte in dem Bereich entwickelt, die ihr für teilenswert haltet?
  3. Was hat bei euch gut geklappt, was waren Schwierigkeiten?
  4. Wie geht ihr mit dem Konflikt um, den Beutelsbacher Konsens, Neutralitätsgebot und Überforderungsverbot einzuhalten und trotzdem mit Schüler:innen in für sie und euch bedeutsame Diskussionen einzusteigen? Ist das für euch überhaupt ein Konflikt?
  5. Was würde euch generell dabei helfen, mit den Schüler:innen die oben genannten Themen zu vertiefen?

Ich freue mich auf eine anregende Diskussion! 🙂

Alex

13 Antworten
  1. Tolle Idee. Das ist sehr wichtig. Versuche, etwas beizutragen

  2. Hallo Alex!

    Politisch-ökonomische Bildung finde ich persönlich interessant, weil ich an einem kaufmännischen Berufskolleg arbeite. Wir sind „Fairtrade School“ und „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und schwierig finde ich es vor allem, dazu passende Themen regelmäßig – also nicht nur in Projekten – in den Unterricht einzubauen. Ich habe deshalb für meine Kolleg*innen eine Übersicht mit Vorschlägen erstellt, an welchen Punkten der Lehrpläne man thematisch anknüpfen kann.

    Das ist natürlich kein eigenes Konzept, allerdings ist meine Hoffnung, dass es als Startpunkt für eine nachhaltigere Beschäftigung mit dem Themenkomplex dienen kann.

    • Hallo Jan,

      das klingt gut!

      Ich glaube auch dass es wichtig ist da eine größere Regelmäßigkeit reinzubringen; und die Übersicht zur Orientierung am Lehrplan wirkt super hilfreich – ich vermute auch, das geht vielen Lehrer:innen so dass sie Themen gerne behandeln würden, aber unsicher sind inwiefern diese an den Lehrplan anknüpfen können 🙂

    • Hallo Jan-Philip,

      mir gefallen Deine Anknüpfungspunkte sehr. Das sind Themen, die die Jugendlichen sehr beschäftligen. Es sind Dauerthemen und hier stellt sich die Frage, wie man die Diskussionen darüber auch über einen längeren Zeitraum führen kann, also nicht abhaken und zum nächsten Thema übergehen. Vieles greift auch ineinander. Tiefere Auseinandersetzung ist wichtig.

      LG, Gaby

    • Ich steige in Wirtschaft in der Kennenlernphase gerne mit der „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll ein. Die Frage an die Schüler lautet dann: Seid ihr mehr Fischer oder Tourist? Und daraus entwickelt sich immer eine schöne Diskussion – Link zu der Anekdote (https://www.auer-verlag.de/media/ntx/auer/sample/06709_Musterseite.pdf – das drumherum nutze ich nicht 😉 nur die Geschichte).

  3. Hallo Alex,

    das ist ein sehr wichtiges Thema, welches Du hier vorstellst. Ich wirke gerne bei Deiner session mit. Ich stecke im Thema (Social) Entrepreneurship Education und kann dazu gerne beitragen.

    LG, Gaby

  4. Hallo Alex,
    um diese Themen mehr in den Schulen zu verankern, kann es vielleicht mindestens für den Bereich Nachhaltigkeit sinnvoll sein, sich am Orientierungsrahmen für Bildung für Nachhaltige Entwicklung zu orientieren bzw. mindestens darauf Bezug zu nehmen. Die dort vorgestellten Kompetenzen (Erkennen, Bewerten, Handeln) sind ja sehr eng an dem, was auch mit diesen Inhalten gedacht sind – und der Orientierungsrahmen ist inzwischen in allen Bundesländern ‚Auftrag‘ an die Schulen (ähnlich also wie die KMK Kompetenzen ‚Bildung in der digitalen Welt): https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung.html

  5. Hallo Alex, hallo Nele,
    ebenfalls an BNE orientiert sich (Social) Entrepreneurship Education (SEE): http://www.youthstart.eu/de/whyitmatters/
    Es gibt ausgearbeitete Curricula zu SEE, die in den Unterricht integriert werden können oder auch als Ferienprogramm angeboten werden können.
    Ich entwickle hierzu gerade für ALP Dillingen mit meiner Kollegin Susanna Klein (Mittelschule Kolbermoor und Almse Akademie) zusammen einen Selbstlernkurs, den wir auch gerne zeigen können, wenn er fertig ist.
    Auf Youthstart findet man tolle Challenges für den Unterricht, alle sind im Unterricht erprobt: http://www.youthstart.eu/de/challenges/

    LG, Gaby

    • Hallo Gaby,

      die Plattform sieht super aus – sowohl inhaltlich als auch von der Gestaltung!
      Die werde ich mal auf unserer Sammlung verlinken 🙂

      LG Alex

  6. Hallo Alex,
    das Weltspiel und das FischerInnenspiel kann ich sehr empfehlen. Ich habe diese fix in meinen Unterricht integriert und freue mich immer auf die Stunden mit diesen Methoden und den anschließenden intensiven Diskussionen und Aha-Momenten. Besonders das Weltspiel verdeutlicht sehr gut die ungleiche Ressourcenverteilung, ökologische Probleme, Demografie, potentielle und aktuelle politische Konfliktherde (meine Marker sind die Verteilung von Geld/ Erdöl/ fruchtbarem Ackerland/ Süßwasserreserven/ Bevölkerung,… irgendwas zur Digitalisierung möchte ich beim nächsten Mal noch hinzufügen).

    Im Hybriduntericht habe ich einen Bürger*innenrat (in Vorarlberg gerade aktuell zum Klima; gibt’s aber auch in BW) zu einem Planspiel umgebaut und durchgeführt in folgenden Schritten:
    1. Informationsinput: Was ist ein Bürger*innenrat?
    2. Gruppe A: Rollen für Bürger*innenräte kreieren/ Reflexion der Repräsentanz nach Region/ Alter/ Geschlecht/ Migrationshintergrund/…
    3. Gruppe B: Rechercheauftrag zu Resonanzgruppe: Rollenkarten für Stakeholder, Politiker*innen, Expert*innen,… verfassen
    4. Gruppe B: Durchführung des Bürger*innenrats (Moderation durch L*L nach dem Prinzip „Dynamic Facilitation“)
    5. Gruppe A: Stellungnahme zu den Beschlüssen des Bürger*innenrats

    Grundidee: https://www.buergerrat.net/

    Lg, Karin

    • Hallo Karin,

      das Konzept zum Bürger:innenrat klingt ja fantastisch – da steckt einfach so viel wichtiges drin, und es sieht aus, als würde das richtig Spaß machen und Schüler:innen aktivieren!

      Cool, dass du das mit denen machst 🙂 Hast du dazu vielleicht so etwas wie einen Ablaufplan?

      Weltspiel und Fischer:innenspiel finde ich auch super, weil die so schön anschaulich sind.

      LG!

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