Digitale Achtsamkeit ausprobieren!
Jun 2, 2021 @ 20:02

Das Leben war nie digitaler als im Moment. Videokonferenzen, Homeoffice und Fernlehre sind Alltag für uns geworden. Die Frage ist: Wie kann man gerade in diesen Zeiten eine gesunde Beziehung zu/mit den eigenen digitalen Devices und zur digitalen Nutzung haben und gleichzeitig sicherstellen, dass man nicht in einen kognitiven und mentalen Overload gerät?

So viel vorweg: Es gibt dafür keine Standardlösung, die für alle passt. Keine One-Fits-All-Anwendung. Was für den einen funktioniert, muss für die andere noch lange nicht passen.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Digitale Achtsamkeit. Was ist damit gemeint? Ist das jetzt so ein esoterisches Zeug oder wird da zum totalen Verzicht von digitalen Medien aufgerufen?

NEIN! Natürlich nicht. Unter Digitale Achtsamkeit verstehe ich einen souveränen Umgang mit und den hilfreichen und bewussten Einsatz von Software und Geräten. Hört sich einfach an? Ja, oft aber nur in der Theorie. Lasst es uns doch einfach gemeinsam ausprobieren.

Und das geht so:

  1. Ich stelle hier jeden zweiten Tag einen Tipp zum Thema Digitale Achtsamkeit ein.
  2. Wir probieren den Tipp in den darauffolgenden Tagen aus (natürlich asynchron) und berichten via Kommentarfunktion (Nummer des Tipps vorab nennen) von unseren Erfahrungen und tauschen uns dazu aus.
  3. That’s it. So einfach ist das.

Ich freue mich auf das gemeinsame Ausprobieren und den Austausch mit Euch!

Die Tipps

Wenn Ihr direkt auf einen Tipp Bezug nehmt, schreibt gerne die Nummer des Tipps zu Beginn dazu 🙂

  1. Tipp: Vollbildmodus ein! Ablenkung bei Online-Meetings verringern.
    Bei Online-Meetings ist die Versuchung groß, nebenher schnell noch etwas anderes zu machen. Das ist nicht nur unhöflich gegenüber den anderen Teilnehmenden, sondern beansprucht auch noch zusätzlich die eigene Aufmerksamkeit.
    Schaltet bei Konferenzen einfach mal den Vollbildmodus ein. Der Vollbildmodus ist eine großartige Möglichkeit, die Sicht einzuschränken bzw. zu fokussieren, dadurch verringert sich die Möglichkeit, von anderen Dingen abgelenkt zu werden.
  2. Tipp: Die erste und die letzte Stunde des Tages.
    Wir verbringen viel Zeit am Tag vor dem Bildschirm. Ein Tipp, den ich häufig lese: Verbringe die erste und die letzte Stunde des Tages offline oder bildschirmfrei. Dadurch startet man entschleunigter in den Tag – somit vielleicht besser durch den Tag? – und schaltet rechtzeitig vor dem Schlafengehen ab. So die Hoffnung. 
    Lasst uns gemeinsam versuchen, die erste Stunde und die letzte Stunde des Tages offline oder bildschirmfrei zu verbringen. Dabei entscheidet natürlich jede*r für sich, wie bildschirmfrei definiert ist (Offline-Modus? Ohne Smartphone? Ohne jegliche Bildschirme? …). 
    PS: Am Morgen schaffe ich es bisher noch nicht gut (werde ich jetzt erneut mit Euch probieren) und abends geht ab 21 Uhr bei mir die Bitte-nicht-stören-Funktion auf dem Smartphone an. Der Zugriff auf Arbeitsmails, -messenger etc. ist dadurch ausgeschaltet. Das finde ich inzwischen richtig hilfreich!
  3. Tipp: Bildschirmpause
    Wir verbringen nicht nur sehr viel Zeit am Bildschirm, sondern häufig auch zu lange ohne Pause. Das führt zu schnell zu Ermüdung, Konzentrationsdefizite und nicht zuletzt zu Verspannungen.
    „Mach mal eine Pause!“, lautet die Devise. Oft bleibt es allerdings beim guten Vorsatz und dann hat man doch wieder viel zu lange ohne Pause vor dem Bildschirm gesessen. Mist! Da können Tools eine gute Unterstützung für uns sein, zumindest können sie uns daran erinnern eine Pause zu machen. Das kann durch eine einfach Erinnerung im Smartphone passieren, oder man nutzt eine Pausen-Software. Da gibt es viele verschiedene Ausführungen …
    Lasst es uns ausprobieren, oder berichtet doch mal, falls Ihr schon eine solche App oder Methode nutzt.
    Hier einige Beispiel-Apps (für Mac):
    1. Stand Up
    2. Intermission
    3. TimeOut
    4. twenttty
    5. Pomy
    6. BuddyMove
  4. Tipp: One Tab at a Time
    Kennt Ihr das? Ihr arbeitet eine Weile am Rechner und plötzlich merkt Ihr, dass ihr 20 Tabs im Browser offen habt und langsam den Überblick verliert. One-Tab-at-a-Time ist eine Anti-Multitasking-Methode. Dazu lässt man Tabs nicht auf “Vorrat” oder für später offen, sondern schließt sie und öffnet sie ggf. einfach wieder. Dadurch soll man fokussierter und ruhiger werden. Lasst es uns doch mal ausprobieren und alle Tabs im Browser, die wir gerade nicht brauchen, schließen. Oder vielleicht macht Ihr das ja sogar schon so?
  5. Tipp: Benachrichtigungen/Notifications ausschalten
    Benachrichtigungen sollen uns an Dinge erinnern oder unsere Aufmerksamkeit auf Sachen lenken. Das ist eigentlich gut, wenn es jedoch zu viel wird, kann es sich schnell ins Gegenteil umkehren. Dann lösen Benachrichtigungen Stress bei uns aus, wir fühlen uns gehetzt und reagieren nur noch. Besser ist es, gezielt zu agieren. Statt sich von einem Signalton sagen zu lassen, wann man eine App öffnet, ist es entspannter sich dies selbst auszusuchen. Man kann sich dafür Zeiten festlegen oder es einfach nach Gefühl machen.

    Probieren wir es aus! Oder erzählt doch mal, wie Ihr Notifications nutzt oder nicht nutzt.

    ps: Bei den meisten Apps kann man Benachrichtigungen individuell einstellen, und die meisten Smartphones bringen bereits Konfigurationstools mit (Bitte-nicht-stören, Auszeit-Plan, Kommunikationszeiten-Tools ..) mit denen man dann auch Ausnahmen (beispielsweise für Kinder, Eltern etc.) festlegen kann.



43 Antworten
  1. Hi Blanche, das ist eine tolle Idee – wie man gerade an dem Crash sehen kann, den Dejan und Philippe produziert haben oder der vielleicht auch einfach im Streit mit Fandorin entstanden ist. Aber dabei sieht man auch: die Achtsamkeit aus dem Lehrerzimmer hat auf Twitter eigentlich keine Chance. Wir können uns natürlich gegenseitig rosarote Vorschläge machen, die an Yoga-Seminare erinnern (wie zB Philippe es versucht hat). Tatsache ist: eine verkürzte, in Headlines geführte Debatte – und das ist Twitter – führt schnell zu: beleidigt sein, sich rechtfertigen, zynisch werden, persönlich werden, verachtend kommunizieren. D.h. die apokalyptischen Reiter sind schnell unterwegs. M.E. braucht eine Achtsamkeit für das Twitter-Lehrerzimmer robuste Regeln des streitigen Kurses, die nicht zu soft sind. Sonst funktioniert das nicht.

    • Ja, da hast Du recht, Achtsamkeit im Umgang miteinander / bei der Kommunikation braucht es immer – egal, ob digital oder irl 🙂 Bei der digitalen Kommunikation ist es noch wichtiger, weil (meist) asynchron und auf eine Ebene (oft nur Text) reduziert.

  2. Das sind die fünf apokalyptischen Reiter: https://www.in-beziehung.de/die-5-apokalyptischen-reiter/ destruktive Kritik, Verteidigung, Verachtung, Rückzug, Machtdemonstration. Und jetzt kann sich jeder ausmalen, was geht und was nicht geht.
    Beispiel destruktive Kritik: LehrerInnen sehen im #twlz oft etwas als destruktive Kritik, was gar nicht destruktiv ist. Sondern Kritik. Geht ja auf 280 Zeichen nur ziemlich direkt.

  3. Stimmt! Das ist ein guter Tipp. Mich stören die sich ins Sichtfeld schiebenden eMailbenachrichtigungen. Obwohl es mich stört, habe ich es noch nicht geändert. Braucht es da nicht noch Strategien im Umgang mit digitaler Achtsamkeits-Prokrastination?

  4. 1. Tipp
    Hallo 🙂 Da ich Lehrerin bin, bin ich immer ziemlich konzentriert bei den Videokonferenzen … es ist ja mein Unterricht. Und ich schalte nicht nur Vollbildmodus ein, sondern auch alle Benachrichtigungen für diese Zeit aus („nicht stören“). Inzwischen mache ich das auch so, wenn ich „nur“ Teilnehmer bin, weil es mich echt stört, wenn ich ständig abgelenkt werde.
    Bin gespannt auf Tipp 2 🙂

  5. Zum 1. Tipp: Finde ich gut. Meine digitale Beichte dazu ist, dass ich bis jetzt oft gegenteilig gehandelt habe. Wenn jmd nämlich in Zoom einen Bildschirm teilt, springt das mir standardmäßig in den Vollbildmodus – und das habe ich fast immer gleich wieder umgestellt 🙂

  6. zum 1. Tipp: Das mit dem Vollbild habe ich noch nicht ausprobiert, werde ich mal machen. Ansonsten habe ich aber alles abgestellt, was pusht und pingt. Was mich vom Vollbild abhält, ist die Passivität, in die ich damit komme. Ich kann keine Notizen machen, nichts twittern, nichts parallel nachschauen etc. (Ich dachte gerade, dass ich das ja mit einem anderen Gerät machen könnte. Aber da wäre der Effekt des Fokussierens ja weg.) Der Tipp hat mich insofern ins Nachdenken gebracht, in welchen ViKos ich mich wirklich voll auf mein Gegenüber fokussieren möchte und in welchen unterschiedliche Fokusse (Foki?) zusammenkommen.

    • „die Passivität, in die ich damit komme“: Das finde ich ein hochspannendes Kriterium. Habe schon länger überlegt, einen Blog „Zur Übergriffigkeit des Lehrervortrages“ zu verfassen. In vielen Situationen und Konferenzen bekommt der Vortrag eine Absolutheit, die unseren Lern- und Kommunikationsbedürfnissen nicht entspricht. Wie gehe ich damit um? Lasse ich mich „passivisieren“, auf die Gefahr hin, danach gedanklich abzuschweifen? Oder werde ich aktiv, mache mir Notizen, twittere dazu.o.ä.?
      Klar ist, dass unsere Aufmerksamkeit dem Vortrag gelten sollte. Aber was mache ich mit irrelevanten Vorträgen, wie kann ich mit deren empfundener Übergriffigkeit umgehen?

    • ich notiere oft mit Bleistift auf Papier. Am besten am gleichen Tag digitalisiere und überarbeite ich dann meine Notizen und ordne sie „in meinen Kosmos“ ein. Ich stelle fest: Manchmal sind die Notizen banal, manchmal kann ich es nicht mehr lesen … spart Festplattenkapazität! 🙂

      Vollbild mache ich nie bei meinem 40-Zoll 4K Bildschirm, aber nur 1 Fenster auf dem Desktop auf, wenn ich mich zentrieren will

  7. Wie sinnvoll Tipp 1 ist, hängt meiner Meinung nach von der Zielsetzung der Onlinekonferenz ab.

    Wenn es darum geht, sich gegenseitig auszutauschen, z.B. in einem direkten Dialog oder einem Coachinggespräch stimme ich voll zu. Das Gegenüber verdient meine volle Aufmerksamkeit, weil es die Situation erfordert.

    Wenn es um Lernprozesse geht und die Kommunikation mehr einer Einbahnstrasse gleicht, ist es sinnvoller, den Rest des Bildschirms (oder die anderen Bildschirme) zu nutzen, um unbekannte Fachbegriffe nachzuschlagen, Aussagen zu verifizieren, Inhalte in geeigneter Form zu notieren etc.

    Wenn es sich um eine Sitzung im klassischen Sinne handelt, die einfach online übertragen wird, ist es meist besser, wenn man die Zeit für sinnvollere Arbeiten nutzt. Aber das mache ich in unseren Teamsitzungen auch so. Nicht weil ich gegenüber anderen respektlos sein möchte, sondern weil viele der angesprochenen Themen mich einfach nicht belangen.

    Ausserdem wundere ich mich auch ein wenig darüber, dass Online-Meetings immer noch mit Bildschirmpräsenz gleichgesetzt werden. In den meisten Besprechungen wird allenfalls der Bildschirm geteilt, die sonstige Kommunikation erfolgt vorwiegend akustisch, denn die „talking heads“ würden nicht viel zum Arbeitsprozess beitragen. Im „richtigen“ Leben ist es ja auch nicht so, dass wenn man über einen Gegenstand spricht, sich dabei immer tief in die Augen blickt. (Siehe dazu auch http://donaldclarkplanb.blogspot.com/2021/04/be-heard-and-not-seen-amazing-rise-of.html).

    Disclaimer: Aus verschiedenen Gründen rate ich meinen Schülerinnen und Schülern bei Videokonferenzen in der Regel die Kamera auszuschalten.

  8. Zum Tipp 1: Ich merke auch, dass wenn ich mit Vollbildmodus teilnehme, meine Aufmerksamkeit stärker auf die online Veranstaltung gerichtet ist. Bei Webinaren/Kursen hilft es mir auch mit der Hand mitzuschreiben, um so meine Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung zu richten und mich weniger ablenken zu lassen.

  9. zu Tipp 1:
    Das Problem bei mir ist nicht der Bildschirm mit der Videokonferenz, abglenkt bin ich eher durch den zweiten gar dritten Bildschirm daneben (Tablet, Smartphone). Da ich aber auch nicht alle Benachrichtigungen auf den Geräten abschalten kann, um auf eingehende „Ich-komme-nicht-rein-Meldungen“ von SchülerInnen reagieren zu können, funkt mir auch mal die Tagesschau-App dazwischen. Und dann ist die Achtsamkeit gerne mal futsch.

  10. Ich kann mich schlecht auf die Inhalte konzentrieren, wenn ich durch den Vollbildmodus zu passiv werde. Ich nutze dann nicht mehr meine Impulse zum Thema für parallele Recherchen und Notizen sondern schweife mitdenken Gedanken dann ganz ab. EinProblem ist aber natürlich meist die Durchführung der Konferenz, weil sie nicht schlank und zielgerichtet mit Blick auf ein gemeinsames Dokument verläuft, sondern man sich zu lange Dinge „erzählt“. Ich habe keine Geduld mehr für Meetings.

    • Der Kommentar von Alex erinnert mich, dass Dueck mal sinngemäß sagte: „Wenn die Leute in Meetings auf ihre Smartphones starren, dann sind die Meetings falsch konfiguriert.“ Deswegen ist wohl hilfreich zu differenzieren: „Will ich hier eigentlich achtsamer sein? Oder quäle ich mich hier nur, um ein schlechtes Meeting weniger schlimm zu ertragen?“

  11. Zum Tipp 1: Ich beobachte bei mir auch, dass ich im Vollbildmodus oft konzentrierter arbeite. Das ist auch der Grund, warum ich inzwischen an Konferenzen inzwischen gerne am Ipad teilnehme und Notizen mit Block und Stift mache, die ich im Nachgang digitalisiere und ordne. Auch Texte verfasse ich mittlerweile am liebsten am Ipad (alle Notifications sind abgestellt) im Vollbildmodus. Hier ist die Schwäche des Geräts (eingeschränktes Mulit-Tasking) teils ein Vorteil für mich.

  12. Zu Tipp 2:

    1. Gedanke: Ja! Genau richtig, auf jeden Fall, das denke ich auch immer! Genaus so!

    2. Gedanke: Mist! Das schaffe ich gerade einfach absolut nicht.

    Erläuterung für die 1. Stunde am Tag: Ich müsste endlich konsequent das Smartphone aus dem Schlafzimmer verbannen. Aber ich nutze es dort ständig – als Taschenlampe, als Wecker, und natürlich zum kurz mal was lesen. Aufgabe: Ich kaufe mir einen Wecker und nutze die echte Taschenlampe und verbanne dann das Smartphone.

    Erläuterung für die letzte Stunde am Tag: Ich habe oft am Nachmittag Bildschirm freie Zeit (weil ich mit den Kindern unterwegs bin) und nutze dann abends die Zeit zum Arbeiten und wenn ich damit durch bin, gucke ich natürlich auch noch gerne bei Twitter & Co vorbei – was natürlich ein großer Fehler ist, weil man müde noch mehr von den digitalen Inhalten eingesogen wird. Dann ist es ganz plötzlich total spät und es bleibt keine Zeit mehr für eine Stunde bildschirmfrei.

  13. Zu Tipp 2:

    Ich habe eine einstündige bildschirmfreie Zeit abends und morgens schon ausprobiert, aber das klappt für mich nicht. Denn morgens finde ich es für mich hilfreich, erst einmal zu schauen, ob es Neuigkeiten gibt. Danach ist beim Kaffeetrinken Zeit, das für mich zu sortieren und den Tag zu planen. Abends mag ich Bildschirmzeit oft auch zur Entspannung.

    Was funktioniert und mir hilft, ist:
    1. Smartphone nicht mit ins Schlafzimmer nehmen (Finde ich für mich entspannter und ist auch wichtig, weil das bei uns Familienregel ist)
    2. Mir jeden Tag mindestens einmal zwischendurch irgendwann bewusst bildschirmfreie Zeit nehmen (meist spazierengehend) – zusätzlich zur ohnehin bildschirmfreien Familienzeit.

  14. Tatsächlich habe ich in Videokonferenzen immer Vollbild an und hilfreich finde ich die „nicht störena Funktion, die Mac OS inzwischen bietet. Denk ich aber nicht immer dran…
    zu 2.: morgens eigentlich unmöglich, abends „zwingt“ mich mein iPhone mit dem Schlafplan, in dem ich 1 Stunde „Entspannungsphase“ eingerichtet habe. Wecker und Taschenlampe übernehmen die Watch.

    • Ah! jetzt habe ich es verstanden… hier hätte ich direkt Dir antworten können.

      Diese Nachricht war ein Kommentar zu Deiner Nachricht:

      @ daniel röhe

      die Watch. Damit meinst Du wahrscheinlich eine SmartWatch. Und was ist mir sofort dazu eingefallen? Mein Kunstlehrer vor über 20 Jahren.

      „Die Menschen sind doch bekloppt! Sich so eine Armbanduhr ums Handgelenk zu legen so eine „Fessel“ die man dann den ganzen Tag vor sich her trägt.“

      Ich glaube die SmartWatch wäre für Ihn „eine Ausgeburt der Hölle“.

      Aber was hat der Satz bei mir bewirkt? Ich trage seit dem keine Armbanduhren mehr und musste tatsächlich häufiger bei dem Thema Zeit an ihn denken.

      … aber wirklich schlauer/gesünder/achtsamer hat es mich ja scheinbar nicht gemacht. Immerhin liegt bei mir das Smartphone im Schlafzimmer… Gute Nacht 🙂 .

      … Und die „Fessel“ war nicht auf die Uhr an sich sondern auf die Zeit bezogen. Das wir uns so von der Zeit an sich knuten lassen.

  15. @ daniel röhe

    die Watch. Damit meinst Du wahrscheinlich eine SmartWatch. Und was ist mir sofort dazu eingefallen? Mein Kunstlehrer vor über 20 Jahren.

    „Die Menschen sind doch bekloppt! Sich so eine Armbanduhr ums Handgelenk zu legen so eine „Fessel“ die man dann den ganzen Tag vor sich her trägt.“

    Ich glaube die SmartWatch wäre für Ihn „eine Ausgeburt der Hölle“.

    Aber was hat der Satz bei mir bewirkt? Ich trage seit dem keine Armbanduhren mehr und musste tatsächlich häufiger bei dem Thema Zeit an ihn denken.

    … aber wirklich schlauer/gesünder/achtsamer hat es mich ja scheinbar nicht gemacht. Immerhin liegt bei mir das Smartphone im Schlafzimmer… Gute Nacht 🙂 .

  16. zu Tipp 2: Ich kriege das nicht gut hin. Was mir hilft, sind sprachbediente Systeme wie Alexa, Google Home etc. Für viele Funktionen (Hörbuch, Radio, Timer etc.) sind sie sehr gut geeignet, während gleichzeitig wenig Ablenkung möglich ist. Das Gerät steht angenehm wenig im Mittelpunkt und ich habe den Eindruck, dass ich sie verhältnismäßig selbstbestimmt und souverän nutzen kann.

  17. Tipp 2: Wie sieht dies bei mir aus?
    Frühmorgens ist der Computer bei mir im Einsatz, weil ich mich über für mich wichtige Dinge informiere und die Feinplanung für den Tag anpasse. Die letzte Stunde des Tages verbringe ich meist mit Lesen, was in der Regel am Bildschirm geschieht. Das Smartphone spielt dabei eine sehr untergeordnete Rolle, vor allem deshalb, weil ich darauf nicht gut schreiben kann.

  18. Tipp 2: Ich finde es wirklich spannend, wie ihr das so macht. Ich würde gerne das Smartphone nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, irgendwie denke ich, das wäre gut. Der Schlafplan/Bitte-nicht-stören am Abend klappt schon gut, aber auch nicht immer 🙂 Watch oder andere Systeme könnten eine Lösung sein. Wecker und Hörbuch braucht es ja…

  19. Zu 2 hätte ich morgens Probleme, da der Wecker auf dem Telefon läuft! Aber zumindest stelle ich das Gerät in den Flugmodus. Aufwachen beginnt also quasi mit dem Bildschirm.

    Abends nehme ich dann lieber ein Buch in die Hand. Meist Papier – manchmal e-Ink. Da letzterer „Bildschirm“ auch ohne Hintergrundbeleuchtung und hochfrequentem „Geflacker“ auskommt und ich das WLAN in der Regel abgeschaltet habe, zähle ich mein PocketBook auch nicht mit. 😉

  20. Tipp 2 funktioniert am Morgen meist problemlos, ich nehme mir Zeit für die Zeitung und den Kaffee. Abends nutze ich gerne das Tablet, um noch einige gute Ideen zu sammeln. Daher wäre für mich eine Pause im Tages erlaubt eher eine Option. Ich werde es testen.

  21. zu 2: keine Chance z.Z., dafür müsste ich mir erst wieder einen Wecker kaufen und ein Gerät, das Musik streamen kann, aber keinen Bildschirm hat.

    • Lustig. Ich denke ja auch darüber nach, mir mal wieder einen Wecker anzuschaffen, um das Smartphone zu verbannen. Du schreibst „keine Chance“ und ich denke im gleichen Moment: Warum auch, wenn man alles in einem Gerät hat. Vielleicht sollte man doch entspannter mit dem Gedanken umgehen, dass man nun ein Smartphone hat und die dort verfügbaren Möglichkeiten einfach schamlos nutzen.
      Ich denke, ich wäre ein bisschen entspannter mit dem Thema, wenn ich mir das einfach selbst erlaube – ohne das irgendein innerer Kritiker da rein quatscht und ich mir (unterbewusst) selbst Vorwürfe mache, dass ich schon wieder das Smartphone als erstes in der Hand hatte – weil ich eben den Wecker ausgemacht habe.
      Wenn man jetzt Minimalismus als Prinzip leben würde, ist es doch toll, wie viel in so einem Teil steckt (man braucht keine Taschenlampe, keinen Wecker, keine Musikanlage, keine Tonträger etc…)

  22. Tipp 3: Bildschirmpause
    Normalerweise plane ich in meine Bildschirmarbeit entsprechende Pausen ein. Wenn ich zuhause arbeite und es das Wetter erlaubt, bietet sich etwas Gartenarbeit an. Im Unterricht ergibt sich die Bildschirmpause von selbst durch die Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern.
    Heikel wird es, wenn ich an einem Projekt arbeite, insbesondere wenn dabei Gestaltungs- oder Programmierarbeiten anfallen. Dann kann es durchaus vorkommen, dass ich die Zeit total vergesse und länger vor dem Bildschirm sitze. Meist werde ich dabei aber sowieso früher unterbrochen, als mir eigentlich liebt ist.

  23. Tipp 3: Es hilft auch, wenn man eine eigene regelmäßige Sportpraxis hat, die dabei hilft, dass man Übungen allein und kurzfristig ausführen kann. Ich merke zum Beispiel schnell, wenn sich mein Köper nicht mehr wohl fühlt und ich kenne genug Übungen die mir schnell helfen.
    Das heißt zum Beispiel, dass ich während einer längeren Online-Fortbildung meine Matte gleich auf dem Boden ausgerollt lasse und kurze Pausen direkt für kleinere Übungen nutze. Da ist es natürlich toll, dass man zuhause am Schreibtisch direkt die Sporthose anlassen kann – die sieht ja niemand 🙂 .

    Zu den Tools: Ich merke oft bei solchen kleinen Helferlein, dass ich die am Anfang noch ernst nehme und darauf achte und dann lasse ich irgendwann nach. Würde hier bedeuten – huch! die App sagt, ich soll Pause machen und ich mache dann einfach trotzdem weiter, bis entweder der Nacken wehtut oder die Aufgabe erledigt ist.

  24. zu 3: Ich saß schon zu lange am Schreibtisch, als ich noch nicht ständig den PC (und andere Geräte) laufen hatte – ist eine Berufskrankheit bei GymnasiallehrerInnen mit Korrekturfächern 🙂 Ich habe mir schon in der Zeit regelmäßige Pausen angewöhnt, ganz ohne Apps. Mein Rücken dankt es mir, ansonsten erinnert der mich schmerzhaft an die Notwendigkeit. Ein unfreiwilliger Erinnerungshelfer sind auch meine Kinder, die wachsen aber allmählich aus der Rolle heraus.

  25. Für mich funktionieren diese Erinnerungs-App gut, besonders an Tagen wo ich sehr konzentriert am Rechner arbeite. Und der Erinnerungsrhythmus darf nicht zu oft anspringen. Alle 20 Minuten macht mich eher nervös, aber man kann die Dauer ja selber einstellen und 45 oder 60 Minuten sind für mich passend. Ich muss es aber auch noch weiter ausprobieren.

  26. Zu Tipp 4:

    Das muss ich umsetzen! Ich mache meine Tabs gefühlt nie zu und habe immer viel zu viele gleichzeitig offen. Ich nehme mir schon lange vor, dieses Verhalten zu ändern. Da ich jetzt einen Namen für die Methode habe, macht es noch mehr Sinn das endlich mal umzusetzen! Danke für den Tipp.

  27. Zu Tipp 4. One Tab at a Time

    Für meine Arbeitsweise ist es gänzlich undenkbar, nur ein Fenster (Tab) geöffnet zu haben, denn für meine Arbeit wechsle ich häufig zwischen verschiedenen Webapplikationen hin- und her und für die Recherche ist es auch unpraktisch, wenn man dauernd Fenster öffnen und schliessen muss.

    Kommt hinzu, dass ich ebenfalls arbeitsbedingt, meist an mehreren Themen gleichzeitig arbeite. Auch da wäre es ein zusätzlicher Aufwand, dauernd Fenster zu schliessen und zu öffnen.

    Natürlich sammeln sich mit der Zeit so viele Tabs nebeneinander an. Deshalb nehme ich mir in der Regel am Wochenende Zeit, diese aufzuräumen. Dabei unterscheide ich zwischen folgenden Gruppen:
    1) Nicht mehr von Interesse: schliessen;
    2) Vielleicht von Interesse: Adresse in den Ferienthemenspeicher ablegen;
    3) Von Interesse: am richtigen Ort einbauen (evtl. mit Kommentar)

    Aktuell sind wohl im Hauptbrowser ca. 50 Tabs geöffnet (drei davon betreffen die Edunauten). Wären es mehr, hätte ich bereits wieder einige geschlossen, denn wenn die Reiter zu klein werden, verliert man die Übersicht.

    Gibt es tatsächlich jemand, der im Browser nur einen Tab offen hat? Wie arbeitet ihr da?

    • Zu Tipp 4 und hallo Matthias,
      Deine Frage kann ich Dir nicht beantworten, weil ich auch immer und bewusst mit mehreren Tabs arbeite. Zwar nur eher 10 als 50 – aber auch bei mir liegt das an unterschiedlichen Projekten, die ich parallel bearbeite.

  28. Zu Tipp 4 kann ich auch nur sagen, dass mir mit nur einem Tab beim besten Willen nicht gelingen will. Ich muss aber dazu sagen, dass ich auch noch nie 50 offene Tabs gesehen habe. Es sind ähnlich wie bei Nele immer irgendwie um die 10. Die kann ich gut überblicken und brauch ich auch für die laufenden Projekte. Wenn mir bei rabbit-hole-ähnlichen Suchen Neuigkeiten auf den Bildschirm kommen, dann speicher ich mir mitunter die Tabs in den Bookmarks, wenn ich denke, sie später genauer anschauen zu wollen oder schon weiß, dass sie nützlich sein werden.

    Damit alles insgesamt übersichtlich bleibt, sind meine Browser darauf eingestellt, die Chronik an jedem Tag zu löschen, wenn ich den Computer runterfahre.

  29. Tipp 4: Mit nur einem Tab klappt es für mich auch nicht, allerdings neige ich schon dazu viele Tabs offen zulassen, weil ich beispielsweise später am Tag bei einem Projekt o.ä. noch was machen will. Als Erinnerung, sozusagen und das versuche ich gerade mal anders auszuprobieren. Also: eine Sache fertig machen und dann die Tabs zu dem Projekt schließen und ggf. einfach wieder zu öffnen. Und dann habe ich halt nur 8-10 Tabs offen, aber nicht 20 🙂 Für mich klappt das ganz gut, merke ich.

  30. Ich würde mir das mit den Tabs sehr wünschen, aber wie macht ihr das? Ich habe mehrere Browser mit mehreren Fenstern mit vielen Tabs. Auf verschiedenen Geräten in verschiedenen Profilen. Ich schaffe es nicht sie zu schließen. Wann schließt ihr die? Viele Tabs stehen für ungelesene Texte, offene Aufgaben und angefangene Recherchen. Den Tag über kommen zu viele verschiedene Themen rein, würde ich alles am Abend einfach schließen, hätte ich die Sorge, überall wieder neu anfangen zu müssen.
    Ich kapituliere 😉

    • Ich arbeite mit zwei Browsern. Das mit den angefangenen Texten kenne ich auch, da nutze ich seit einiger Zeit die Leseliste in Chrome, das funktioniert für mich total gut! Wenn ich einen Text gelesen habe, kann ich auf gelesen klicken und er ist raus auch der Liste. Und ich habe mir gut angewöhnt immer mal wieder in die Leseliste zu schauen, während ich Lesezeichen oft vergesse (technisch ist es ja gar nicht groß anders, aber manchmal bewirken kleine Unterschiede ja viel). Ansonsten, versuche ich am Abend die Tabs zu schließen (manchmal nicht alle) oder zumindest aufzuräumen, und es hilft mir wirklich sehr, wenn ich mir sagen, dass ich die ganz einfach wieder öffnen kann, wenn ich sie brauche. Und meist brauche ich sie viel später als gedacht 🙂

  31. Zu Tipp 5: Benachrichtigungen ausschalten
    Diesen Vorschlag kann ich voll unterschreiben. Ganz generell verzichte ich auf alle Push-Mechanismen und schaue mir Mitteilungen dann an, wenn ich Zeit dafür habe. Es kommt geschätzt alle zwei Jahre einmal vor, dass ich etwas verpasse, was wirklich so dringend und wichtig gewesen wäre.

    Kleiner Nebeneffekt: Bei denjenigen, die mich beruflich erreichen möchten/müssen, sorgt dies für eine bessere Vorausplanung. Wenn man sich nämlich nicht ganz sicher sein kann, dass das Gegenüber die Sache eine Minute vor Torschluss doch noch richten wird, beginnt man automatisch weiter vorauszudenken. Das führt dann zumindest bei mir zu weniger Stress, weil ich entsprechende Aufgaben besser in den Tagesablauf einplanen kann.

  32. Zu Tipp 5: Benachrichtigungen ausschalten.
    Grundsätzlich habe ich Benachrichtigungen auf meinem Smartphone an, aber ohne Signalton, d.h. ich kann entscheiden, wann ich draufschaue – und dann die Benachrichtigungen nacheinander durchgehen. Das funktioniert bei mir gut.
    Beim Arbeiten am Laptop lasse ich meine Kommunikationskanäle (Mail, MS Teams, Telegram …) in der Regel geschlossen, sehe dann über das Smartphone, wenn irgendwo, etwas Neues kommt, und kann das jeweilige Tool dann öffnen und beantworten.
    Wenn ich gerade im ‚Kommunikations-Modus‘ bin, d.h. nicht an etwas anderem konzentriert arbeite, ist alles auf dem Laptop offen – und ich beantworte direkt, wenn etwas reinkommt.

  33. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wie ich schon in der Sessionankündigung geschrieben hatte, bestätigt sich, dass es keine Standardlösung gibt, die für alle passt. Es war spannend zu sehen, wo es unterschiedliche Herangehensweise gab und wo auch Überschneidungen. Vielen Dank für den Austausch! ♥️

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