Ziele und Vorgehensweise

Ziele und Vorgehensweise

    • Norman Mewes
      Teilnehmer
      Themen: 6
      Antworten: 12

      Hallo,

      bevor wir inhaltlich einsteigen, würde ich mich gern mit euch auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen, wie wir unser Ziel erreichen. Schon das Ziel zu formulieren ist nicht ganz einfach. Klar, es gibt die formale Vorgabe, in drei Wochen zum FAQ des Unkurses beizutragen. Aber von welcher Art wird dieser Beitrag sein? Ich möchte ein dreiphasiges Verfahren vorschlagen:

      1. Zum Umgang mit Widerstand gibt es einige Literatur und manches davon lese ich gerade. Einige von euch können vermutlich auch auf solche Lektüren zurückgreifen. Ich möchte jedoch zunächst gerne die Erfahrungen in unserer Gruppe einsammeln und erschließen, z.B. zu den Fragen:

      • Welchen Widerstand bei der Ermöglichung von adäquatem Kulturzugang habt Ihr erlebt? (Wer leistete ihn? Konnte er überwunden werden? Wie?)
      • Welche Faktoren haben geholfen, dem Widerstand zu begegnen? (Wie konnte er aufgelöst/integriert/produktiv gewandelt werden? Welche Akteure und Strukturen wirkten hilfreich?)
      • Welche Faktoren haben beigetragen, den Widerstand zu verstärken? (Wodurch wurde dem Widerstand Energie zugeführt? Welche Akteure und Strukturen waren beim Umgang mit Widerstand hinderlich?)
      • Welche Verallgemeinerungen, Prinzipien oder Regeln ließen sich aus dem konkreten Fall des Umgangs mit Widerstand bei der Ermöglichung von adäquatem Kulturzugang ableiten?

      Ziel der ersten Phase wäre eine Übersicht, vielleicht als Synopse, über die vorgestellten Erfahrungen.

      2. Besonders mit den Ergebnissen aud der letzten Frage ließe sich dann weiterarbeiten, indem wir Einflussgrößen und die strukturellen Zusammenhänge zwischen ihnen identifizieren und beschreiben. Möglicherweise können wir bereits Modelle hinzuziehen und auf Korrelationen mit unseren Erfahrungen prüfen.

      Ziel der zweiten Phase könnte eine Concept-Map sein, in der unsere Ergebnisse visualisiert sind.

      3. Aus den Ergebnissen von 1. und 2. würde ich in der 3. Phase gern etwas Handlungsleitendes entwickeln, eine Sammlung von Handlungsmaximen, ein Flußdiagramm zum Vorgehen – je nach Komplexitätsgrad werden wir zu gegebener Zeit entscheiden, was der Output dieser Phase sein kann.

      Ich habe diesen Vorschlag ziemlich aus dem Stehgreif entwickelt, bestimmt gibt es eine Menge zu ergänzen oder modifizieren. Ich freue mich auf eure Kommentare und Anregungen!

       

    • Norman Mewes
      Teilnehmer
      Themen: 6
      Antworten: 12

      Hallo zur 2. Woche,

      mein Beitrag wird etwas längerer, ich bin mir auch gar nicht sicher, ob ich den hier posten soll, oder ob der nicht in das Cryptpad gehört, das ich hier für uns vorbereitet habe:

      https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/edit/cvDlE2mmI4vC+xtmDvwv3S58/

      Zu meinem Verfahrensvorschlag im letzten Post hat ja noch keine Diskussion stattgefunden, ich würde ihn nun selbst leicht dahingehend ändern, dass es nicht drei aufeinander folgende Phasen sein müssen, sondern ich drei Bereiche im Cryptpad anlege und wir sehen, wo sich die Möglichkeit ergibt, gemeinsam zu arbeiten. Momentan kann ich das Folgende allen drei Bereichen zuordnen, es ist also so allgemein, dass ich es hier platziere.

       

      Ich beobachte in der Praxis drei typische Perspektiven auf das Phänomen Widerstand, die ich kurz skizzieren und mit den verlinkten Grafiken illustrieren möchte . Für mich resultieren die verschiedenen Blickwinkel aus unterschiedlichen Ebenen der Betrachtung (obwohl Überschneidungen möglich sind).

      1. Individualebene

      Eine typische Perspektive auf dieser Ebene ist die verschiedener Zonen, in die und in denen sich das Individuum bewegen kann bzw. soll. Die Kernzone, die den Ausgangspunkt potenzieller Bewegungsmöglichkeiten wird darin oft als Komfortzone beschrieben.

      In manchen Darstellungen gibt es noch eine Zone der Angst, die überwunden werden muss, um dahin zu kommen, wo der „wunderbare“ Wandel geschieht. Zentral ist, dass das Individuum hier als einziger Agent erscheint und damit auch die alleinige Verantwortung dafür trägt, ob Wandel stattfindet, oder eben nicht. Der Umgang mit Widerstand ist allein seine Sache.

      2. (Kollegiums- oder) Teamebene

      Auf dieser Ebene geht es um die Beziehungen zwischen Personen, die eigentlich auf ein Ziel ausgerichtet sind oder zumindest sein sollten (Definition Team), die sich aber in ihrer Haltung diesem Ziel gegenüber oder hinsichtlich des „richtigen“ Weges dorthin unterscheiden.

      Das ist – wenigstens explizit – auch das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den Personen. Widerständig sind dann die, die nicht die „richtige“ Haltung in Bezug auf das Ziel erkennen lassen. Eine entsprechende Haltungsänderung zu bewirken gehört damit zur Teamaufgabe, die Verantwortung ist auf das Team verteilt.

      3. Organisationsebene

      Auf dieser Ebene erscheint Widerstand gegen die Ermöglichung adäquaten Kulturzugangs – also gegen das offensichtlich Alternativlose, Notwendige, eben die „Spitze des Eisbergs“ – als durch den Kontext, das System verursacht. Dieser wird veranschaulicht durch den unter Wasser befindlichen, viel größeren und unsichtbaren Teil des Eisberg, der für unduchschaute und unverstandene „tiefere“ Zusammenhänge steht.

      In dieser Perspektive ist es möglich anzuerkennen, dass Widerstand aus der Sicht der Subjekte, die ihn leisten, funktional erscheint. In den Umgang damit müsste struktureller und kultureller Wandel einbezogen sein.

       

      Soweit meine Beobachtung. Ich hoffe, dass sie euch für die Reflexion von Erfahrungen mit Widerstand, für die Identifizierung von Mustern und auch für die Arbeit an Konzepten mit solchem Widerstand nützt.

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Hallo Norman, hallo Gruppe,

      vielen Dank für Deinen Beitrag!

      Ja, es wäre toll, wenn wir in dieser zweiten Woche bei den #Edunauten praktisch ins Arbeiten für unsere geplante FAQ kommen. Was dabei ganz wichtig ist: Möglichst konkrete Antworten erarbeiten! Wir sollten dabei ausgehen von einer Lehrperson, die unser FAQ Online Lernen Zeitgemäß aufruft – und dort Unterstützung und Inspiration sucht. Deine drei Ebenen könnten in diesem Sinne vielleicht drei FAQ-Einträge werden – jeweils eben fokussiert auf die Frage: Was kann ich tun?

      In einem Cryptpad zu arbeiten finde ich super! Vielleicht fangen wir einfach an mit vorstrukturieren – und Du packst deinen letzten Beitrag da schon einmal zu großen Teilen rein?

      LG Nele

       

    • Norman Mewes
      Teilnehmer
      Themen: 6
      Antworten: 12

      Ich hab mal ein Inhaltsverzeichnis zusammengestellt. Das ist aber nicht in Stein gemeißelt. Wenn ihr euch und eure Möglichkeit beizutragen, darin wiederfindet – prima! Wenn nicht, lasst uns bitte hier diskutieren, was noch fehlt.

      Damit es thematisch nicht all zu sehr durcheinander geht, richte ich für die drei durch die Bereiche auf der ersten Verzeichnisebene Foren ein. Falls eure Anliegen separate Foren benötigen – feel free to create! Zusammenlegen können wir Inhalte später immer noch. Ich bin im Übrigen mitnichten Widerstands-Experte und bin hier zum Lernen. Ist auch nicht meine private Spielwiese, fühlt euch bitte zum Miteinanderlernen  eingeladen.

      So sieht zur Zeit das Inhaltsverzeichnis aus:

      Inhaltsverzeichnis (bitte nicht hier, sondern weiter unten arbeiten!)

      1. Erfahrungen mit Widerstand

      2. Regel- oder Gesetzmäßigkeiten von Widerstand

      2.1. Muster von Widerstand auf Individualebene

      2.2. Muster von Widerstand im Team

      2.3. Muster „systemischen“ Widerstands

      3. Konzepte zum Umgang mit Widerstand

      3.1. Umgang mit meinem eigenen Widerstand

      3.2. Umgang mit Widerstand als Teamarbeit

      3.3. Umgang mit Widerstand als organisationaler Change

      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monaten, 4 Wochen von Norman Mewes.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monaten, 4 Wochen von Norman Mewes.
    • Norman Mewes
      Teilnehmer
      Themen: 6
      Antworten: 12

      Viel mehr als das, was ich am 23.3. geschrieben habe, ist in dieser Gruppe an Inhalt ja nicht zusammengekommen. @Nele Meinst du, dass es sich lohnt, das in den FAQ zu veröffentlichen? Dagegen spricht meiner Ansicht nach:
      • Es ist einfach kein Gruppenergebnis (käme mir ein bisschen wie Etikettenschwindel vor).
      • Mir ist das Ergebnis weniger wichtig als meine (ganz persönliche) Erfahrung mit dem „Unkurs“.
      Was dabei zu lernen war, hat ja durchaus mit dem Thema der Gruppe zu tun.
      Btw, wo wird der Ort für Metaebene und Reflexion des Unkurses sein? Dieser Ort wäre damit ja nun vollends überfrachtet…

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Hallo Norman,

      wir werden Raum zu Reflexion des Unkurses nach Abschluss organisieren.

      Ob Du Deinen Beitrag in die FAQ veröffentlichen möchtest, kannst natürlich nur Du selbst entscheiden.Ich würde Dir dazu raten, denn ich denke, dass die Inhalte hilfreich für andere sein können (auch wenn es für Dich nicht das wichtigste ist, dieses Ergebnis zu haben) und ein FAQ-Beitrag muss ja auch kein Gruppenergebnis sein. Wir haben neben Gruppenbeiträgen auch viele Fast-Track-Einträge oder auch Einträge aus Gruppen, die zuerst gemeinsam diskutiert, aber wo am Ende dann eine Person aufgeschrieben hat.

      Beste Grüße

      Nele

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