Lernerorientierung durch Partizipation

Lernerorientierung durch Partizipation

    • Nataliya
      Teilnehmer
      Themen: 7
      Antworten: 46

      Gewöhlich ist der Lehrer für die Planung und Gestaltung der Lernumgebungen zuständig und verantwortlich. Er agiert bei der Wissensvermittlung als Tutor und die Schüler übernehmen dabei eher eine passive Rolle.

      Reformpädagogische und konstruktivistische Ansätze stellen den aktiven Wissenserwerb der Schüler in den Mittelpunkt, die selbstregulierend, kreativ, kooperativ und kollaborativ lernen. Der Lehrer übernimmt die Rolle eines Coaches, der Lernprozesse anregen, aber nicht steuern kann.

      Wie gelingt im zweiten Fall die Partizipation und Teilhabe von Schüler:innen bei der Planung und Gestaltung von zeitgemäßen Online-Lernumgebungen?

    • Simon
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 3

      Erst einmal würde ich Abstand nehmen von aktuell viel genutzten Lernplattformen (Moodle & Co.), die fast alle technologisch geschlossen oder halboffen gestaltet sind. Das ist nicht mehr zukunftsfähig. Ich würde mich für die Nutzung von Markdown basierten CMS (z.B. GravCMS/Gatsby) und guten JS-Frontends (wie z.B. Tina CMS) aussprechen, um ein Angebot zu schaffen:

      Future Friendly Publishing

      Ganz praktisch könnte das so aussehen, dass Lehrer*innen ihre Arbeitsblätter so erstellen, indem sie über ein GitRepository (z.B. Gitea) synchronisieren, das mit einem Webfrontend verknüpft ist (z.B. GraCMS / TinaCMS&Gatsb, Docsify o.ä.; Beispiel schnell aufgesetzt: https://hartmann.uber.space/nerdteacher/), so dass Schüler*innen ihre Rückmeldungen zu Aufträgen, Texten, Verbesserungsvorschläge als Pull-Request an Lehrer*innen senden und der Autor des Textes entscheiden kann (wie bei Github), ob der Pull-Request automatisiert eingepflegt wird – das verhindert (1) Umwege (2) ermöglicht es ECHTE Partizipation (3) ist es modern, technologieoffen und zukunftsfähig.

      TinaCMS bietet z.B. mit OpenAuthoring zukünftig die für Lehrer*innen am einfachsten mögliche Variante des Frontend-Editings dafür! https://tinacms.org/blog/introducing-visual-open-authoring

      Wenn man es Lehrer*innen technisch ermöglicht so etwas mit wenigen Klicks aufzusetzen, hätten wir viel erreicht und würden modern mit den Materialien und Wissenserwerb gut umgehen: Transparenz & Qualitätssicherung!

       

       

      • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monaten, 1 Woche von Simon.
    • Hannes Helmut Nepper
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 2

      @Simon, gibt es hierfür schon ein Beispiel? Mir stellt sich dabei dir Frage, ob die Echzeitpartizipation nicht nur von ein paar wenigen „schnellen“ getragen wird.

    • Simon
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 3

      @Hannes – ja – zumindest für GravCMS. Paul Hibbits macht mit GravCMS Onlinekurse in Canada an einer Universität. Ich bin in ständigem Austausch mit ihm – Schulen haben insgesamt natürlich andere Voraussetzungen. Man müsste schlicht eine anderes Frontend programmieren/finden (z.B. sowas wie TinaCMS), anpassen und bereitstellen – dann hielte ich das für umsetzbar, das wäre als Plugin für GravCMS durchaus denkbar.

    • Sebastian Precht
      Teilnehmer
      Themen: 4
      Antworten: 22

      Beispiel für die Oberstufe: Man legt den Schüler*innen den Bildungsplan vor, versetzt sie in die Lage des/der Lehrenden. Schön wäre ein gemeinsames Projekt, zu dem jede*r etwas beisteuern kann. In Musik ist das z.B. die Vertonung eines Films. Hierzu gibt es auch jede Menge Theorie. Es braucht Experten für:

      • die Komposition
      • Gema, GVL, Urheberrechte
      • Filmmusiktheorie
      • usw…

      Jede*r Schüler*in guckt nun, was er/sie gerne machen möchte und welche Anforderungsbereiche (I,II.III) bzw. Kompetenzen dazu passen. Außerdem könnten die Schüler*innen noch einen Vorschlag zu eigenen Bewertungskriterien machen. Im Dialog wird mit der Lehrperson wird dies in eine für alle sichtbare Tabelle eingetragen.

      Digital kann mit MSTeams, Google Docs oder anderen Plattformen – gibt es hierzu Ideen? – weiter arbeiten.

    • Nataliya
      Teilnehmer
      Themen: 7
      Antworten: 46

      @Simon Danke für dein Input! Könntest du vielleicht etwas verständlicher für nicht so bewanderte Nichtprogrammierer erklären, wie das ganze funktioniert und was noch gemacht werden soll? Ich kann leider auch mit der Graphik, die du gepostet hast nicht wirklich etwas anfangen…

    • Simon
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 3

      @Nataliya – jop – ich versuche es! Im Grunde erstellen Lehrer einfach Material direkt auf der Website in Markdown Language ohne Umwege (dabei wir es im Hintergrund versioniert mit Git) daraufhin können andere User Verbesserungsvorschläge anbringen – der Besitzer des Dokuments entscheidet darüber, ob die Vorschläge direkt mit eingehen in sein Material.

    • Nataliya
      Teilnehmer
      Themen: 7
      Antworten: 46

      @Simon: Geht es dabei um die Erstellung von Arbeitsblättern oder Lernumgebungen? Funktioniert es quasi so ähnlich wie Drive?

      • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monaten, 1 Woche von Nataliya.
    • Sebastian Deichmann
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 4

      Ich werde mich zu dem Thema mal mit meiner Frau austauschen. Die ist Kanadierin und arbeitet bei einer Organisation mit dem Namen SelfDesign. Die arbeiten im Prinzip schon immer so wie jetzt aktuell gebraucht. Die Kinder sind zu Hause und haben einen Learning Consultant (LC), mit dem/der sie sich online oder per Telefon regelmäßig austauschen. Im Mittelpunkt steht das Interesse der Kinder. Der LC gibt Anregungen, vernetzt ggf auch mal Lernende miteinander und überlegt, welche Lernplaninhalte durch die Auseinandersetzung mit dem was die Lernenden eh tun abgebildet sein könnten. Die Grundhaltung ist dabei, dass die Lernenden Entdecker sind, die ihren eigenen Weg gehen und von Erwachsenen dabei nur begleitet werden. Es geht also über Partizipation hinaus – die Schüler entscheiden allein für sich. Anders als bei uns demokratischen Schulen, gibt es aber nicht so viel Partizipation in SelfDesign als Organisation und auch intern keine demokratische Organisation. Die Grundhaltung ist aber sehr ähnlich. Da sie das seit mehr als zehn Jahren mit tausenden von Kindern und Jugendlichen machen, gibt es da viele Erfahrungen. Wenn da Interesse besteht, können wir vielleicht Fragen sammeln und ich schnacke dann mit Julie und oder frage sie, ob sie die Fragen direkt beantworten würde. Sie ist eh gerade in Quarantäne in Kanada 🙂

      Also Fragen einfach in dieses Dokument:

      https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/edit/ZxO6z7z91E4cPaIcUKXy1vgB/

      Die Homepage gibt es hier:

      https://www.selfdesign.org/

       

    • Hannah Diemer
      Teilnehmer
      Themen: 1
      Antworten: 2

      Danke Sebastian für die Antworten im Pad! Sehr interessantes Konzept.

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