„work out loud“ in der Ausbildung

„work out loud“ in der Ausbildung

    • Jan Marenbach
      Teilnehmer
      Themen: 2
      Antworten: 8

      In meinen 10 Thesen zu Lehrkräfteausbildung lautet These 8: „Referendar*innen sollten Ergebnisse eigener Entwicklungen in einer Form öffentlich machen, die Anknüpfung an das Studium und Weiterführung nach der Ausbildung ermöglicht.“ Also zB in Blogs, eigenen Websites etc.

      Wünscht man sich solche Blogs, muss man sich auch die Frage stellen, wer eigentlich ein Anliegen hat. Das Referendariat endet mit Prüfungen und Bewertungen und diese haben die Refs fest im Blick. Hier geht das Anliegen von den Ausbilder*innen aus, denn die haben schlicht und einfach ihren Job im Rahmen einer Ausbildungsordnung zu machen.

      Wirklich wertvoll scheinen mir aber die Entwicklungsprozesse zu sein, die nicht vom Druck der Bewertung bestimmt sind. Und hier könnte bei den Refs das Anliegen entstehen, nach dem Prinzip „work out loud“ zu arbeiten. Dafür sollten Angebote zur Verfügung stehen. Von formalisierten Vorgaben halte ich diesbezüglich wenig.

      Die Herausforderungen bestünden also darin:

      – work ot loud bereits im Studium zu initiieren

      – offene Angebote im Ref zu machen

      – den Wert zb eines Blogs zu zeigen über Gelingensbeispiele

      – mit solche Blogs in den Seminaren konstruktiv zu arbeiten

      – diese Formen aus Bewertungsprozessen herauszuhalten

      Was meint ihr..?

       

    • Norman Mewes
      Teilnehmer
      Themen: 6
      Antworten: 12

      Ich stimme zu: Lebenslanges Lernen ist kaum extrinsisch zu motivieren und in zeitlich begrenzten, „abschließbaren“ Bildungsgängen zu realisieren. Den Ansatz, den Jan auch schon andeutet, verfolge ich im Portfolio-Netzwerk Baden-Württemberg: Ein bildungsphasenübergreifendes, im günstigsten Fall lebenslang verfügbares ePortfolio einzurichten, sodass Student*innen ihr Portfolio mitnehmen ins Referendariat und anschließend in die Schule und die berufliche Weiterbildung, um ihre Professionalisierung reflektieren und dokumentieren zu können.

      Das ist Mahara vor allem deshalb leicht möglich, weil ein Nutzer sein ePortfolio vom System exportieren und es in das nächste wieder importieren kann, sodass es vollständig weiterbearbeitbar ist. So fällt weniger ins Gewicht, dass es bei uns (im Gegnsatz zu einigen angelsächsischen Ländern) kein lebenslanges ePortfolio gibt.

      Ziel der Überlegungen ist ein Konzept, durch das schon Lehramtsstudent*innen deutlich werden kann, dass sie von ihrem ePortfolio in der Berufsphase profitieren werden. Wir stehen allerdings noch ziemlich am Anfang bei der Frage, wie das gehen könnte. Deshalb bin ich hier. Im Moment zeichnet sich ab, dass eine Verzahnung von erster und zweiter Ausbildungsphase auch in dieser Hinsicht ein möglicher Start sein könnte.

    • Thorsten
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 3

      Hallo zusammen,

      ich fände eine Verzahnung der verschiedenen Phasen auch wirklich wünschenswert. Ein Portfolio gefällt mir vom Format auch sehr, da es zum einen einen ständigen Reflexionsprozess zu relevanten beruflichen Fragestellungen begleiten und dokumentieren kann, zum anderen kann ein Portfolio auch einen „Schaufensterteil“ beinhalten, was dem WOL-Prinzip nahekommt.

      Leider bin ich nicht ganz so optimistisch bezüglich der Wirksamkeit eines „verschriebenen“ bzw. verpflichtenden Tools. Nachdem in NRW die Lehrerausbildung von 24 auf 18 Monate verdichtet wurde, gab es das Portfolio als verpflichtendes Ausbildungselement. Die ZfsL haben das zunächst als „kann“-Element kommuniziert und haben auf die breite Masse der Master-Studierenden gewartet, die das ja auch im Studium beginnen sollten. Ein gemeinsames Verständnis des Aufbaus wird zumindest durch Vorgaben des Schulministeriums gerahmt… Jetzt, mit der OVP 2016, wird das Portfolio nicht mehr erwähnt… Man hat es erfolgreich ausgesessen. Leider.

      Meiner Einschätzung nach ist das (Vor-)Leben das Entscheidende. Wenn ich mit meiner Haltung zeige, dass ich ständig weiterlerne, dann ist doch egal, ob das in einem WOL-Circle geschieht oder durch ein ePortfolio oder auf ganz andere Weise.

      Am liebsten würde ich das T-Shirt, das Jöran auf dem Foto beim Grußwort im Barcamp-Buch trägt, jeden Tag im Seminar tragen… „I’m a teacher and a Learner!“

    • Tim Ka.
      Teilnehmer
      Themen: 2
      Antworten: 6

      Working out loud ist nur eine Möglichkeit des Lernens. Egal ob jemand einen Blog führt oder sich zusätzlich hin soziale Medien einbringt oder nur offline Kontakte (aktuell schwer) nutzt. Wie weit willst du Vorschriften machen für working out loud? Ich halte viel davon, aber jemand anderes vielleicht nicht. Muss deshalb wol verpflichtendes ausbildungselement sein? Muss ein eportfolio unbedingt irgendwo (zb mahara) gehostet werden, oder ist es dem Referendar zu überlassen, ob er ein Instagram-Profil oder ein Blog zur reflection nutzt

    • Torben Mau
      Teilnehmer
      Themen: 4
      Antworten: 4

      Hallo,

      im Rahmen des nds. Verbundprojekt in dem ich arbeite, versuchen wir das Thema WOL/LernOS in eine Basisveranstaltung für Lehramtsstudierende zu integrieren. Das aktuelle Konzept sieht so aus

       


      Die Präsenzveranstaltung (14 Wochen) wird ergänzt durch selbstorganisierte Learning Circle

      • Ziel: Peer2Peer-Feedback & digitales Produkt erstellen (bestenfalls OER)
      • Inhalt: selbstgewählt
      • Form: analoger und/oder digitaler 12-wöchiger Austausch von 3-5 Personen (bestenfalls standortübergreifend vernetzt)
      • Hilfestellungen
        * Ggf. Coaching
        * WOL, LernOS-Guides
        * Strukturierte Sammlung zu Tools & Tutorials (Videokonferenz, kollaboratives Arbeiten etc.) sowie Content (MOOCs,  …)

      An Feedback bin ich sehr interessiert! Das Konzept der Learning Cirlce könnten auch in andere Seminare integriert werden.

       

      • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monaten von Torben Mau.
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    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Hallo zusammen,

      wir gelangen in die Phase der konkreteren FAQ-Beitrags-Erstellung – und vor diesem Hintergrund möchte ich den Faden hier nochmals aufgreifen. Ich fände es toll, wenn wir aus dieser Diskussion hier z.B. den folgenden FAQ-Beitrag beisteuern:

      Was ist WOL und wie lässt es sich in der Ausbildung von Lehrkräften umsetzen?

      Man könnte darin kurz erklären, was das ist und wie es sich umsetzen lässt – und dann auf beispielhafte Projekte wie z.B. Torbens Ansatz der Learning Circles verweisen.

      Was meint ihr?

      LG Nele

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