Für welche Kompetenzen oder Inhalte kann ich H5P, Kahoot & Co didaktisch sinnvoll einsetzen?

Für welche Kompetenzen oder Inhalte kann ich H5P, Kahoot & Co didaktisch sinnvoll einsetzen?

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Hier würde ich gern einen Übersichtsthread starten mit genauer der Gruppenfrage. Sollten sich auf dem Weg noch damit verknüpfte Fragen auftun, könnten wir dafür je einen eigenen Thread starten.

      1. Ich würde hier gern erst einmal eine lose Sammlung anfangen, von Fähigkeiten und Inhalten, die sich mit geschlossenen Aufgabenformaten (wie sie H5P, Learningapps und Kahoot bisher primär bieten) lernen lassen. Das macht es für uns alle greifbar und konkret.
      2. In der Diskussion darüber können wir dann vielleicht Kriterien herausarbeiten, woran man diese Fähigkeiten und Inhalte erkennt – und dann natürlich auch gern wissenschaftliche Beiträge dazu teilen. Das wäre dann eine gemeinsame Abstraktion vom Konkreten.
      3. Vielleicht macht es Sinn, gleichzeitig auch negativ vorzugehen und Beispiele zu nennen, bei denen diese Lernapps nicht das geeignete Format bieten „out of bounds“ eingesetzt werden, wie Axel das finde ich gut formuliert hat, s. auch sein das Beispiel: „einen Lückentext zu Kants „Was ist Aufklärung“

      Was haltet ihr von diesem Vorgehen?

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Aus meiner Sicht könnten in diese Sammlung fallen:

      • das 1×1
      • die grundlegende Syntax einer Programmiersprache
      • Grundwortschatz einer Fremdsprache
      • häufigste Satzstrukturen einer Fremdsprache („Do you like action movies?“ „Yes, I like them.“)
      • Noten lesen
      • Rechtschreibung von häufig falsch geschriebenen Wörtern
      • Eselsbrücken und Merkregeln, die praktisch sein können, aber im Alltag nicht so häufig Anwendung finden: „Nie ohne Seife waschen.“, „Im Osten geht die Sonne auf…“, „Punkt vor Strichrechnung“
    • Olaf Zelesnik
      Teilnehmer
      Themen: 3
      Antworten: 18

      Die Idee zunächst einmal eine Sammlung von „Kompetenzen“ und „Inhalten“ anzulegen und dann im nächsten Schritt die geeigneten Werkzeuge zu suchen, erscheint mir sinnvoll.

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Um die Aufgabe etwas einzugrenzen, hatten wir uns meinem Verständnis nach darauf beschränkt, von den Werkzeugen auszugehen, also Tools mit denen man interaktive Übungen erstellen kann wie H5P oder learningapps.

      Und ausgehend von diesen Werkzeugen dann zu beschreiben, welche Kompetenzen und Inhalte man damit gut üben kann.

      Freue mich auf eure „Sammlungen“!

       

    • Wiebke Gebler
      Teilnehmer
      Themen: 5
      Antworten: 9

      Ich denke, dass sich alle „Paukthemen“ eignen. Also grundlegendes Wissen wie das Rechtschreibung, Grundwortschatz, Grammtik etc.. Das betrifft dann vor allem die Grundschule? Weniger eignen sich Themen mit einer offenen Fragestellung.

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Da würde ich dir zustimmen. Und dann bewegen wir uns vielleicht schon in die Richtung der Kanonfrage: Welche wirklichen „Paukthemen“ gibt es eigentlich noch?

      Inzwischen ist die Kompetenzorientierung zumindests in der Referendariatsausbildung wohl verankert. Man lernt nicht mehr, wann welcher Kaiser gekrönt wurde (zumindest sollte das nicht mehr so sein oder es interessiert einen brennend oder man lernt einfach gern Geschichtsdaten auswendig)

      Aus Interesse kann ich viel auswendig lernen. Aber gehen wir mal von einer grundlegenden Kompetenzorientierung an den Schulen aus – was bleibt noch an Paukthemen?

      Und wenn du magst, Wiebke, schreib gern ganz konkrete Grammatikthemen auf: Nomen, Adjektiv und Verb, ok, aber Demonstrativpronomen?

      Ich würde auch sagen, dass auch die bereist genannten Dinge (1×1, Grundwortschatz, etc.) eben auch in der Sekundarschule noch eine Rolle spielen, weil sie eben nicht auswendig gelernt, also automatisiert wurden. Für diese Schüler*innen ist es dann manchmal ein Segen, sich noch mal in Ruhe mit diesen Dingen ganz stoisch beschäftigen zu können, ohne unter die Nase gerieben zu bekommen „Das ist aber Stoff der 4. Klasse.“

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Vielleicht sind die verbliebenen ‚Paukthemen‘ all die, auf die viele andere Denk- und Lernprozesse aufbauen? Denn in diesem Fall ist es einfach sehr wenig effizient und sinnvoll, wenn ich jedes Mal nachschlage, sondern besser ist es, wenn das in meinem Kopf verankert ist und ich es automatisiert abrufen kann.

      Und neben ‚Paukthemen‘ finde ich es (nicht aus Perspektive lehrende Person, die Übungen für Schüler/innen erstellt, sondern von mir als lernende Person ausgehend) hilfreich, wenn H5P und Co eine Art Zusammenfassungsfunktion erfüllen.

      Beispiel: Ich lese einen Text durch/ höre einen Podcast/ schaue ein Video – am Ende kann ich einen simplen MC-Test zu den Aufgaben machen. Ich erkenne dann, ob ich die wesentlichen Inhalte erfasst habe. Mir ist dann völlig klar, dass das nur eine simple Abfrage ist und noch nichts darüber aussagt, ob ich die Inhalte auch tatsächlich anwenden kann – aber hilfreich ist es in meinem Lernprozess dennoch.

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Danke, Nele, für die Impulse! Nachdem ich versehentlich diesen Tab mit dem fast fertigen Post geschlossen habe, habe ich beschlossen, in einem Google Document weiterzumachen:

      https://docs.google.com/document/d/1cEbE-eRXbtavzz_KxktW5TIxBn3DoSmK9v8eNKC3mSg/edit?usp=sharing

      Hier findet ihr meine erste Fassung des Beitrags aus den bisherigen Beiträgen im „Fragen“-Thread und in diesem Gruppen-Thread. Ich würde mich über Feedback, Änderungen, Kommentare freuen.

      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monaten, 3 Wochen von Maria.
    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Das sieht schon super aus, danke Maria!

      Sobald ich dazu komme, kommentiere ich direkt im Doc.

    • Patrick
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 4

      Eine Anmerkung zum Geschichtsunterricht:

      Sicherlich stehen auswendig gelernte Daten oder Definitionen nicht mehr im Zentrum eines modernen Geschichtsunterrichts. Allerdings brauche ich gewisse Daten schon zur Einordnung von Prozessen und Sachverhalten; ich brauche also Fakten als Nägel, damit ich daran mein Wissens-Netz aufhängen kann.

      Ich bin immer wieder hin- und hergerissen, ob ich Grundwissensbegriffe in Geschichte pauken lassen soll.

       

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Ja, das kann ich genau so nachvollziehen. Und dann gibt es auch noch die vielen Varianten, in denen man einen bestimmten Inhalt beherrscht.

      Beispiel „Industrialisierung“ – Zeit (ungefähr? „genau“? Definition oder reicht eine ungefähre Beschreibung? Lebensumstände – oder ist das schon Detailwissen?…

      Welches davon „muss“ ich wissen, um welche Probleme effektiver lösen zu können?

      (Wenn das einzige Problem, welches es zu lösen gilt, eine Klassenarbeit wäre, wäre das für mich kein sehr befriedigendes Kriterium.)

      Was denkst du? Welche Gründe sprechen für und welche gegen das Pauken von Grundwissenbegriffen in Geschichte?

    • Patrick
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 4

      Konkret zum Beispiel „Industrialisierung“: Zentral wäre für mich hier das Wissen um den teilweise sehr dynamischen wirtschaftlichen Veränderungsprozess (sozusagen eine gesamtwirtschaftliche Disruption) der dann in der Folge zu politischen und sozialen Veränderungen führt.

      Hat man das im Grundsatz verstanden (technische Entwicklung –>Landflucht, Überangebot—>niedrige Löhne) kann man sich den Rest herleiten. Während ich das gerade geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass es wesentlich für diesen Grundwissensbegriff wäre, Push&Pull Faktoren zu verstehen und eine knappe Vorstellung eines Marktes zu haben (Angebot&Nachfrage, Auswirkung auf den Preis)

      Gerade bei diesem Beispiel ist es so, dass ich es als zentral erachte, diesen Mechanismus zu verstehen um im Hier und Jetzt die unterschiedlich ablaufenden Modernisierungsprozesse auf der Welt nachvollziehen zu können (Orientierungskompetenz wahrscheinlich).

      Nimmt man den etwas schillernden Begriff „Geschichtsbewusstsein“ als Zielhorizont, dann ist gewisses Faktenwissen immer notwendig, um überhaupt sinnvoll über etwas urteilen zu können und das ist ja unser Ziel. Ansonsten kommt häufig nur uninformiertes Herummeinen dabei heraus.

       

      Eine schöne Variante, wie man Grundwissensbegriffe lernen könnte, gibts hier auf twitter.

    • Nele Hirsch
      Verwalter
      Themen: 15
      Antworten: 222

      Stimmt, diese Kreis-Begriffs-Vernetzung hatte ich auch auf Twitter gesehen, aber wieder ganz vergessen.

      @Patrick, magst Du das als FAQ-Eintrag vorbereiten. Ich finde es eine sehr tolle Idee!

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      @Patrick

      Danke, für das konkrete Beispiel! Gerade bei dem Beispiel – meinst du, Übungsformate wie H5P & Co. sie bieten eignen sich dafür, diese Grundbegriffe zu üben? Oder ist das Üben dann automatisch dekontextualisiert und nicht mehr sinnvoll?

    • Patrick
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 4

      @Maria, tja, da bin ich mir nicht so sicher. Mein angefügtes twitter-best practice bezieht sich ja genau genommen auf eine Vernetzung von Grundwissensbegriffen, d.h. man muss sie schon kennen um sie sinnvoll vernetzen zu können, oder zumindest noch einmal nachschauen.

      Ich habe die letzten Tage da ein bisschen hin und her überlegt. Immer wieder habe ich auch mit dem Gedanken gespielt Grundwissensbegriffe einfach als Vokabeln mittels Karteikartensystemen auswendig lernen zu lassen. Allerdings ist das bei inhaltlich anspruchsvolleren Begriffen (Industrialisierung bspw.) gar nicht so einfach.

      Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es sinnvoll ist, komplexere Informationen in verschiedene, möglichst genau umrissene Fragen aufzuteilen. Das wäre hier unter anderem ein möglicher Weg und ginge auch mit h5p.

      Also: Nicht: Was verstehe ich unter der Industrialisierung? Sondern:

      1. Wann begann die Phase der Industrialisierung?

      2. Wo begann die Industrialisierung?

      usw.

      Möglich wäre das mit h5p, anki oder ähnlichen Softwaresystemen. Was mir gerade wieder während des Schreibens einfällt (und ich auch schon länger mal mit meinem Unterricht verbinden wollte)

      Man könnte das Prinzip der Peer-Instruction ( für solche Grundwissensbegriffe fruchtbar machen. Also Auswahlfragen zum gelernten Begriff im Unterricht stellen, per Abfrage klären, wieviel Prozent es verstanden haben und dann bei bspw. unter 80 Prozent in Kleingruppen diskutieren lassen und nochmals abstimmen lassen.

       

    • Maria
      Teilnehmer
      Themen: 8
      Antworten: 26

      Finde ich spannende Ideen! Gerade für Schüler*innen, denen Struktur und klare Antworten (wo sie möglich sind) wichtig sind, kann so eine Karteikartensammlung enorm hilfreich sein.

      Die Elementarisierung der Fragen wäre wohl wirklich hilfreich. Und dann noch mal das Feedback von den Schüler*innen einholen, vielleicht auch ganz offen mit der Frage, welche Frage/Antwort noch zu unverständlich formuliert ist.

      Patrick, kannst du so mit dem FAQ-Beitrag leben? Editiere gern darin herum!

      Hier noch mal der Link

    • Patrick
      Teilnehmer
      Themen: 0
      Antworten: 4

      Hi Maria,

      sorry, Email-Benachrichtigung ist im Spam hängengeblieben und ich habe nicht nachgeschaut.

      Habe gerade ein paar Kleinigkeiten geändert und nochmal was ergänzt –> selbst erstellte H5P durch SuS.

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